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2008 Mai: Impressionen aus Mecklenburg-Vorpommern



Mai 2008

Impressionen aus Mecklenburg-Vorpommern







Anfang Mai drohte plötzlich ein gemeinsames Familienwochende. Passend dazu drehte das Wetter auf strahlenden Sonnenschein. Nach einigem Stöbern im Internet war klar, wir werden das Wochenende in Mecklenburg-Vorpommern verbringen. In Linstow ergatterten wir für uns und eine Freundin unserer Tochter noch eine Unterkunft in einer Ferien-Anlage.

Die Fahrt führte uns in die grüne Hügellandschaft der Mecklenburgischen Seenplatte. Nur hin und wieder liegen winzige Gemeinden am Weg, die Kleinstädte sind teilweise liebevoll herausgeputzt. Vor allem die historischen Backstein-Gebäude und Plätze in den Innenstädten glänzen. Das typische DDR-Grau wurde ansonsten durch reichlich Farbe übertüncht, aber allenthalben sieht man noch Sanierungsfälle, die auf einen Investor warten. Die Region dürfte zu den am wenigsten besiedelten in Deutschland gehören.



  


Berit und Nora






Berit und Nora





Stefan


Unsere Ferienanlage Van der Valk Linstow, obwohl wir so was nicht lieben, war ok. Wir hatten eine reetgedeckte Haushälfte ganz am Rand des Feriendorfes mit Blick auf den Wald. Im Inneren hatten die Architekten es geschafft, etwas von der DDR-Tristesse aufkommen zu lassen, seltsam. Dass die Anlage nahe an der Autobahn liegt, hört man deutlich, störte uns die zwei Nächte aber nicht. Das Schwimmbad fanden die Kinder gut, die Saunalandschaft, wie meine Frau bestätigte, klasse. Ich gehe nicht in überhitzte Räume ohne Fenster.






Blühende Rapsfelder bei Krakow am See - Mecklenburg-Vorpommern

Das Ereignis in der Region ist die Landschaft. Anfang Mai stand der Raps in voller Blüte und es hatte schon etwas Unwirkliches, durch das Gelb der Felder zu laufen. Der Duft der Blüten füllte die Lunge, und hier und dort sah man Wanderer und Radfahrer durch das gelbe Blütenmeer streifen. Rund um die Seen sind die Radwege gut ausgebaut, aber macht euch auf etwas Strampelei gefasst, viele kleine Hügel machen auch ordentlich Höhenmeter.





 
Links: Reet gedeckte Fischenhäuser in Krakow am See - Rechts: Krakower See - Mecklenburg-Vorpommern

Krakow ist eine typische See-Gemeinde. Katzenkopfpflaster auf den Straßen, kleine Plätze, Häuser im typischen dunklen Backstein, der in der Sonne zu leuchten beginnt. Die kleine Seepromenade ist eher ein gemütlicher Fußweg und war selbst an dem langen 1.-Mai-Wochenende nicht überfüllt. Aus unerfindlichen Gründen hatte der Eigner des kleinen Fahrgastschiffes seinem Kahn an diesem Wochenende Betriebsruhe verordnet und eine Kajak-Vermietung war hier auch nicht aufzutreiben. Für Wasserwanderer ist die Mecklenburgische Seenplatte super. Die Gewässer sind miteinander durch Kanäle  verbunden und die Küstenline ist einfach zauberhaft.





Güstrow, eine nette, etwas verschlafene Kleinstadt - Mecklenburg-Vorpommern





Das Schloss von Güstrow

Am Sonntag fuhren wir auf unserem Heimweg eine große Schleife über Güstrow, Heiligendamm und Wismar nach Hamburg. Güstrow liegt etwa 40 Kilometer südlich von Rostock. Der Altstadtkern der 30 000-Einwohner-Stadt ist den Fußgängern vorbehalten und man kann gemütlich durch die etwas verschlafen wirkende Stadt schlendern. Hektik kommt hier nicht auf. ;)  Die Grünanlagen um das Schloss von Güstrow werden wieder gepflegt und der Bau selbst ist restauriert.






Strand bei Heiligendamm - Ostsee

Die Luft war völlig ruhig, kein Hauch, der Strand zog sich weiß leuchtend bis zum Horizont. Durch eine leichte Diesigkeit verschwammen Meer und Himmel am Horizont zu einem einzigen Blau. Eine angenehme Ruhe lag über der Küste bei Heiligendamm. Nach einigem Überlegen holten die Kinder ihre Badesachen und stiegen zögerlich ins Wasser, das höchstens 12 bis 13 Grad hatte - blieben dann erstaunlich lange drin. Nach einer Eis-Pause ging es am Nachmittag an der Küste entlang weiter nach Wismar.






Hotelanlagen von Heiligendamm mit Seebrücke


Das älteste deutsche Seebad wurde aufwendig hergerichtet und diente als Tagungsort und Kulisse für den G8-Gipfel im Juni 2007. Das Kempinski Grand Hotel Heiligendamm ist eine der ersten und teuersten Adressen im Land, also genau der richtige Platz, um unsere Badetücher auszurollen. Zugegeben, wir lagen vielleicht 500 Meter östlich der Villen. Für das Wochenende war es erstaunlich leer und ruhig am Strand. Die großen Parkplätze zeigten jedoch, dass im Sommer hier ordentlich Rummel ist.




Es war im Mai saukalt - aber schön!




Wir haben es getan!




Alter Hafen von Wismar

Die dunkelrot in der Abendsonne leuchtenden Backsteingebäude am Alten Hafen der Hansestadt Wismar luden zum Bleiben ein. Aus der windgeschützten Ecke eines Restaurant-Gartens hatten wir einen schönen Blick über den Hafen und Teile der Altstadt. Das 1450 erbaute Wassertor führte zu den historischen Seglern, die dort vor Anker liegen. Unser Abschiedsspaziergang führte uns entlang der historischen Hafenspeicher zum Wasser. Von hier aus ging es zurück nach Hamburg.





Häuser am Alten Hafen von Wismar







Links: Restaurierte Häuser am Alten Hafen von Wismar - Rechts: Das Wassertor am Hafen





Restaurant am Alten Hafen von Wismar

Unser Ausflug endete viel zu früh. Bei dem Kaiserwetter hätten wir noch tagelang durch Mecklenburg-Vorpommern streifen können. Für Camper und Wassersportler dürfte die Seenlandschaft und die Ostsee bei halbwegs gutem Wetter ideal sein.



Wer die Bilder größer sehen möchte, der klickt bitte hier:
Diashow







 

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